Montag, 14. Oktober 2013



Meine kleine Europareise – 3800 km in 6 Tagen

Schon vor Monaten hatte ich sämtliche Bausteine meiner Reise gebucht. Wie ein Puzzle setzte sich nach und nach dieser Urlaub zusammen. Zuerst fuhr ich von Bietigheim nach Zwickau zu meinen Eltern, die ihren 65 bzw. 70. Geburtstag feierten.

Von dort ging es am Sonntag, dem 23. 09. 2013 los: Zuerst mit dem Zug nach Berlin. Von dort mit dem Bus nach London. Ich hatte ja insgeheim mit einer Überfahrt per Fähre über den Kanal geliebäugelt, aber leider wurden wir in einen überdimensionierten Container geschoben und fuhren unter dem Kanal durch.

London war eine Offenbarung! Der Bus kam unweit der Victoria Station an und von dort konnte ich problemlos mit der Tube Richtung B&B fahren. Schnell fand ich mich im U-Bahn-System zurecht, kaufte mir eine Tageskarte und los ging es. Das Hotel war auch bald gefunden. Der etwas schrullig dreinschauende Portier trug mir meine schwere Tasche sogar die sehr engen 2 Stockwerke hinauf.

20 kg – na Herzlichen Glückwunsch! *g*.

 

Nachdem alles in Augenschein genommen und das Gepäck verstaut war, machte ich mich erst mal zurück in die Innenstadt – Green Park war der perfekte Ausgangspunkt. Durch den Park Richtung Buckingham Palace, Wachablösung zufällig auch noch mitnehmend, erkundete ich die ersten „heiligen Orte“ der Stadt. Danach ging es zum Picadilly Circus, einige Läden wurden besucht. Dann ging es zurück zur Victoria Station, Zug- und Busverbindungen ausbaldovernd.  Kleiner Tipp: Sushi schmeckt dort besonders lecker!

Am Abend nehme ich an einer Stadtführung per Bus teil. Der Bus kommt immerhin mit 90minütiger Verspätung (ich schaue mir inzwischen das Londoner Nachtleben am Green Park etwas genauer an). Es ist schon interessant, Big Ben, das Riesenrad, den Shard, die Tower Bridge und den Tower bei Nacht zu betrachten. Selten so eine bunte, helle Metropole erlebt.

Gegen 23 Uhr falle ich todmüde ins Bett.

 

Am nächsten Tag heißt es früh aufstehen, denn heute geht es per Bus nach Stonehendge. GB liegt im Nebel, wie sollte es auch anders sein. Die Steine sind bei unserer Ankunft gegen 10 Uhr nicht mal zu erahnen. Aber glücklicherweise ändert sich das, nachdem wir das Gelände betreten haben. Eindrucksvoll, ohne Zweifel! Aber gleich 2 Hamburger Schulklassen stehen neben mir. Wofür fährt man da eigentlich noch ins Ausland? *g*.  Nach etlichen Fotos und dem Kauf von einigen netten Souvenirs geht es zum Bus zurück. Der lustige Busfahrer plaudert noch ein wenig und verkürzt uns so die Heimreise. In London angekommen hole ich mir erst einmal wieder etwas zu Essen (Sushi und Sashimi, was sonst.) und danach fahre ich noch mal kurz zum Hotel zurück. Am späten Nachmittag schaue ich mir erst Westminster Abby und Big Ben an, fotografiere die Bauwerke an der Themse, danach steht The Shard auf dem Programm, welches ich auch finde, obwohl ein netter junger Mann in die falsche Richtung gezeigt hatte. Das umstrittene Bauwerk ist 320 m hoch . Aber der Ausblick von ihm ist gigantisch! Vor allem die Themse und ihre Brücken schauen wunderbar aus – die Illumination tut ihr Übriges. Nach dem Besuch gibt es noch einen kleinen Lebensmittelbummel, ich fahre zur Towerbridge und fotografiere die Autos mittels Langzeitbelichtung – das Foto dazu hatte ich vor Jahren in einem Fotobuch gesehen und nun konnte ich es endlich selber schaffen. Gänsehautfeeling pur!  23 Uhr bin ich dann endlich im Hotel – schade, morgen ist dann schon der letzte Tag. Und ich fühle mich  hier wirklich wohl.

Am nächsten Morgen fahre ich zum Picadilly Circus, zum Waterloo Denkmal, zum Trafalgar Square. Alles wird abgegrast, was Rang und Namen  hat. Man will ja nichts Wichtiges verpassen. Auch Big Ben wird noch einmal in Augenschein genommen. Das Gepäck hatte ich wohlweislich gleich morgens am Bahnhof in ein Schließfach getan.

Gegen 13 Uhr geht es dann mit der U-Bahn nach Heathrow. Heute fliege ich weiter nach Paris.

Die Kontrolle ist gar nicht so schlimm wie immer behauptet. Ohne Gürtel und Schmuck piept es nicht einmal. Tolle Technik. Sollten sich die Deutschen mal anschauen. Bei denen piept ja der BH grundsätzlich und man wird betatscht.

14.25  Uhr hebt BA ab und 15.15 Uhr lande ich bereits in Paris. Rushhour. Mist!

Samstag, 1. September 2012

14 Tage, die es in sich hatten...

Ja, heute kommt mal ausnahmsweise wieder das Thema Fahrrad dran.
Wie ihr ja wisst, fahre ich täglich Rad. Also ist es nichts Besonderes mehr für mich.
Morgens 5.30 Uhr auf Arbeit bei Wind und  Wetter, nachmittags zum Training, zum Einkauf oder einfach nur mal zum "Runterkommen". So läppern sich im Jahr etliche Kilometer zusammen.

Dieses Jahr kann ich wirklich sagen, dass ich etliche kleine Ausfahrten gemacht habe, die zwischen 40 und 120 km pro Strecke lang waren. Also eigentlich nichts Besonderes. Strasbourg, Bodenseeumrundung, öfters mal nach  Stuttgart, von Pforzheim nach Bietigheim oder eine kleine Feierabendtour über Besigheim, Freiberg, Ludwigsburg nach Bietigheim bis nach Stuttgart. Je nach Gusto.

Vor 2 Wochen - ich fuhr an einem Sonntag mit einem leichten Jugendrad Marke "Anno Tobak" mit Uraltschaltung und leider auch Uraltkette - passierte etwas, was mir seit immerhin 29 Jahren erspart geblieben ist: ich flog im hohen Bogen über den Lenker und das Fahrrad auf mich. Zum Glück war es nur so ein altes, leichtes Alurad, zum Glück passierte das quasi aus dem Stand und nicht in voller Fahrt.
Meine Kette hakte, ich rief noch meinem Vordermann zu: Warte mal, da hakt was. Und schon lag ich am Boden. Die Hämatome an den Beinen und am Knie sind bis heute ausgezeichnet zu sehen *g*.
Aber wenigstens war nichts gebrochen. Einige Prellungen hatte ich allerdings davongetragen. Die schmerzhafteste davon wohl am re. Knie, was auch toll anschwoll, aber mit viel Eis bis zum Abend wieder fast in Ursprungsgröße zurück ging. Die li. Schulter hatte auch was abbekommen, was ich dann am folgenden Montag bei der Arbeit und dem Heben von schweren Kisten spürte. Aber auch das ging vorbei.
Mein Motto ist ja eh: Nur die Harten kommen in den Garten.

Am Mittwoch dieser Woche hatte ich überraschend früh Feierabend. Also nahm ich das Rad, fuhr damit zum Bahnhof, löste ein Ticket nach Bad Wildbad und los ging es.
Am Ende standen in einem S-Bahn-Abteil (die alten gelben, die auch nach Karlsruhe fahren!) sage und schreibe 10 Fahrräder! Die Rentner, die nach Wildbad zur Kur oder zum Wandern wollten, kamen überhaupt nicht mehr durch und schauten dem entsprechend pikiert.

Von Wildbad bis nach Höfen herrschte erst mal blankes Chaos. Umleitungen, schlechte bis gar keine Ausschilderung des Enztal-Radweges... aber nach Felsbrocken, Singletrails und überschnellen LKW´s kam endlich der Radweg und weiter ging es bei sengender Hitze bis nach Pforzheim. Ab da kannte ich ja die Strecke schon  "im Schlaf". Nach 4 h reiner Fahrzeit, 80 km und mindestens 4 l Flüssigkeit in jeglicher Form kam ich dann auch wieder zu Hause an, braungebrannt natürlich, trotz Sonnencreme LSF 50 - aber 4 h sind 4 h  - so lange hilft keine Sonnencreme.

Gestern stellte ich mein Rad wie so oft am Bahnhof ab. Dort befindet sich ein überdachter Radparkplatz.
Mit allem hatte ich ja gerechnet, aber nicht damit, dass meine nagelneue B+M Lampe fein säuberlich abmontiert war. Es handelt sich hier nicht etwa um ein batteriebetriebenes Zusatzlicht, sondern um einen nabendynamobetriebenen Frontscheinwerfer. Klar,der hat Stand- und Tagfahrlicht, war aber extra mit Torxschrauben gesichert gewesen. Der feine Dieb schien zu allem Überfluss nicht nur einen Torxschlüssel dabei gehabt zu haben, sondern auch noch eine Abisolierzange. Wie rücksichtsvoll von ihm *Ironie off*.
60 Euronen im A....  Ich bin ja Krösus!
Die Lampe hat 6 % meines Nettogehaltes gekostet - jetzt darf jeder mutmaßen, was die Lampe kostete bzw. was ich verdiene *g*. Sagen wir es so: die Lampe war schweineteuer für meine Gehaltsverhältnisse.
Um so mehr wurmt mich dieses asoziale Vorgehen!  Ich bin auf diese Art Lampe ganz einfach angewiesen,
da ich jeden Morgen in der Dunkelheit radeln MUSS, um auf Arbeit zu kommen. Und wenn ich in den nächsten Ort fahre, dann nehme ich aus Kostengründen auch das Rad und nicht die Bahn. Überhaupt vermeide ich Fahrkosten, so weit das möglich ist und fahre alle möglichen und u nmöglichen Strecken per Velo. Da ist der Waldweg genau so dabei wie der hügelige Trail ohne Beleuchtung, dafür mit vielen Kurven und Steigungen/Gefälle. Diese Lampe ist dafür einfach bitter notwendig! Ich hatte ja früher auch schon Bekanntschaft morgens mit Wildschwein, Reh und Hasen gemacht. Da ist die richtige Lampe, die alles ausleuchtet, einfach toll. Aber das wird den Fahrradlampendieb herzlich wenig interessieren.

Am liebsten würde ich meine nächste Lampe unter Strom stellen und jeder, der sich daran vergreift...
Aber leider ist das ja strafbar. Jetzt suche ich schon verzweifelt nach einer probaten Lösung.
Wenn jemand einen Tipp hat: einfach an nike69@arcor.de  mailen. Danke.

Montag, 28. März 2011

Baden-Württembergs Reise in eine strahlende Zukunft

Nun hat auch Deutschland seinen "Super-Gau", vorerst begrenzt auf Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, aber die Macht von CDU und FDP scheint zu bröckeln, wie die Hülle des AKW in Japan. Plötzlich ist Stuttgart 21 nicht mehr das Hauptthema, plötzlich muss eine Wohlstandspartei wie die FDP um den Einzug in den Landtag bangen. Die Welt steht Kopf: nach fast 6 Jahrzehnten ist Grün-Rot an die Macht gekommen. Man beachte die Reihenfolge: erst grün, dann rot. Zum Glück! Denn wenn jemand das Zeug dazu hat, Mappus Nachfolger zu werden, und zwar in Punkto Unbeliebtheit und Aussehen, dann ja wohl der Sunnyboy der baden-württembergischen SPD. Eher zufällig landete ich beim Zappen durch die Medienlandschaft der Öffentlich-Rechtlichen in einem Monolog des siegessicheren SPD-Kandidaten, neben ihm seine Frau oder Parteigenossin - beide überbreit grinsend, ja hämisch in die Kamera lachend. Es mag sein, dass sie neben den Grünen die Gewinner des Abends waren. Aber man sollte gerade in dieser Situation die Contenance bewahren und sich nicht solch eine niederträchtig wirkende Blöße geben. Sekunden später flog die Nachricht über den Äther, dass die Grünen sogar mehr Stimmen als die Roten hätten. Verständlicherweise konnte ich mir dann dieses überbreite Grinsen auch nicht mehr verkneifen. Winfried Kretschmann... der grüne Mann aus Baden-Württemberg, von dem ich bis vor einer Woche noch nicht einmal etwas gehört hatte. Er scheint einen sympathischen, kompetenten Eindruck zu machen. Ob er was taugt, zeigt sich erst noch. Natürlich war es eine reine AKW- und Stuttgart21-Entscheidung. Es war nicht anders zu erwarten und die Zeitung mit den 4 roten Buchstaben betitelte den Doppelsieg in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit "Die Atomwahlen - die Grünen strahlen - CDU-Mappus abgeschaltet, erster grüner Ministerpräsident glüht vor Glück - SPD-Beck runtergefahren".

Montag, 19. Juli 2010

14. Tag - 9. 7. 2010 - Bordeaux - Paris - Stuttgart

Nun ist er da, definitiv - der letzte Urlaubstag! Ich wache schon recht früh auf und schaue SAT1. Wie peinlich *g*. Nach 2 Wochen TV-Abstinenz irgendwie lustig. Bis 12 Uhr darf ich auf dem Zimmer bleiben. Das nutze ich natürlich bis zur letzten Minute aus. Das Fahrrad steht - unangekettet - immer noch auf dem Parkplatz. Toll! Ich bepacke zum letzten Mal das Rad und zuckel zum Flughafen... keine 500 m weiter. Eigentlich bin ich viel zu früh, aber die Angst ist da, dass Air France wohlmöglich keinen Karton für mich haben könnte. Aber oh Wunder! Der Karton ist da. Ich falte ihn, nehme das Rad auseinander. Beim Pedalabschrauben hilft mir ein älterer Herr netterweise. Dann gebe ich das Rad ab. Das Personal ist supernett, hilft mir, macht Platz für mich. Der Herr am Schalter spricht perfekt deutsch (ist aber definitiv Franzose!). Nachdem das Rad auf dem Förderband verschwunden ist, habe ich noch 2 h Zeit. Ich esse eine Kleinigkeit, schaue diverse Läden an, ziehe mich um - keine Radkluft mehr, sondern Zivil. Ein Fluggast schaut deshalb ganz perplex *g*. 16 Uhr geht der Flug nach Paris CdG. Dort ist mal wieder Hektik. Aber mein Flug hat fast 1 h Verspätung. Also Däumchen drehen u. warten. 20.05 Uhr heben wir ab - Au Revoir, France. Es war nett und ich bin traurig. Aber irgendwann komme ich wieder. Versprochen!

PS: Alle Rechtschreibe- und andere Fehler darf der ehrliche Finder behalten ;-)

13. Tag - Carcans Plage - Bordeaux - 75 km

Schock im Morgengrauen: 26 Euro für den Campingplatz neben dem Klo mit Flutlicht. Aber ich hätte es ahnen müssen: er ist in deutscher Hand. Frechheit!
Der Tag wurde wieder sehr heiß. Man sollte sich möglichst zwischen 12 und 16 Uhr nicht im Freien aufhalten. Sehr lustig. Und wer fährt mich nach Bordeaux? Kein Schatten weit und breit, dafür wieder schnurgerade Radwege, die nicht enden wollten. Selten, dass ich mal jemandem begegnete. Die erste Strecke im Wald war gerade mal 1 m breit. Bei jedem Gegenverkehr musste eine Partei sein Rad in den Sand stellen. Ab Lacanau gibt es einen ganz offiziellen Fernradweg nach Bordeaux. (Alle Wege führen nach Lacanau, denkt man zumindest, wenn man überall das Schild liest, selbst in Bordeaux selbst). Aber das nur nebenbei.
Irgendwo bei Saint-Médard-en-Jalles genehmigte ich mir ein Essenspäuschen an einer schattigen Aire. Nur Campingplätze: Fehlanzeige! Ja, Bordeaux... nicht wahr *g*. Die Stadt kommt immer näher und mir schwant nicht Gutes. Nach einem Boxenstopp im Mac Donalds fahre ich zur nächsten Bushaltestelle, schreibe mir den Routenverlauf samt Straßen ab und folge diesen. Voîla! Ich stehe fix und fertig bei der Hitze vor dem Etap-Hotel. Einziger Schönheitsfehler: daneben ist der Flughafen. Ich bin also eigentlich schon zu weit gefahren. Aber egal. Eingecheckt, Gepäck aufs Zimmer geschleppt... wow! Ein Etap mit Klimaanlage. Wahnsinn. Und gekühlte Getränke im Automaten. Luxus pur! Nach einer Runderneuerung mache ich mich schick (bin ja schließlich eine Frau ) und fahre mit dem nächsten Bus nach Bordeaux, denn: aller guten Dinge sind drei. Diesmal habe ich Glück. Die Stadt ist gnädig gestimmt. Es macht Spaß. Komisch, wenn man mit dem Bus die Strecke fährt, die man am Tag 1 der Tour mit dem Rad langezuckelt ist.

12. Tag - Soulac-de-Mer - Carcans Plage - 65 km

Tour de Force. 65 km klingt verhältnismäßig wenig, wenn man aber auf dieer Strecke weder Schatten, geschweige denn etwas zu Trinken hat, kann man auch gleich durch die Wüste robben. Hat letztendlich den gleichen Effekt. Anfangs haben mir die adretten, schnurgeraden Radwege durch den Pinienhain noch gefallen, aber dann wurde es einsam - bis auf das überlaute Zirpen der Zikaden. Und hügelig wurde es auch noch. Damit rechnet man doch mitten im Wald parallel zum Atlantik nicht. Nicht eine einzige Wolke am Himmel! Gefühlte 10 h später (es waren natürlich nur 3 1/2 - 4 h),aber genau kann ich das nicht mehr sagen, denn irgendein Depp hatte beim Tacho auf Reset gedrückt, kam ich in Carcans an, und zwar mit allerletzter Kraft. Natürlich gab es als erstes Orangina bis zum Abwinken *g*. Furchtbar diese Sucht! Der Ozean ist einfach toll! Gerne wäre ich Windboard gefahren, aber als Streifenhörnchen auf so einem Brett hätte mich sicherlich Greenpace retten wollen. Heute Abend spielt D gegen Spanien. Paule, die Krake meint ja, dass Spanien gewinnen wird. Hoffentlich lässt man sie leben. Irren kann auch mal krakig sein.
Morgen muss ich noch einen Zahn zulegen, damit der Abreisetag am Freitag nicht in Stress ausartet. Am Abend - während des Spiels - sitze ich im Restaurant und Esse Muscheln mit Creme Fraîche. Lecker! Deutschland verliert, ich fotografiere deshalb lieber den Sonnenuntergang und drei süße Kätzchen. Hoffentlich gehören die jemandem.

11. Tag - Ile d´Oléron - Soulac-de-Mer - 75 km

Ist heute Montag oder Dienstag? Allmählich verliere ich das Gefühl für Zeit. Aber es ist schon Dienstag und in 3 Tagen muss ich schon wieder nach Hause fliegen. :-( Der Weg zurück nach Royan verläuft komplikationslos. Anscheinend hatte ich diesmal ab dem Leuchtturm eine andere Strecke eingeschlagen, komme so direkt am Strand vorbei und muss nicht durch einige zeitraubende Ortschaften fahren. Eine Dose Cola kostet im Cafe vor der Fähre sage und schreibe 2,50 Euro. Bisher der Rekord! Aber ich muss was trinken. Auf der Fähre sind diesmal erschreckend viele Deutsche. Ich gebe mich aber nicht zu erkennen (heute im italienischen Radtrikot *g*)Auf der Karte hatte ich einen Radweg entdeckt, der ein Teilstück am Atlantik langführt. Dieser entpuppt sich als Gesamtkunstwerk von über 200 km und reicht bis an das untere Ende der Gironde unterhalb von Bordeaux. Super! Der Weg ist sehr gut gepflegt und an Gefahrenstellen grün eingefärbt. So macht das Fahren selbst bei diesen Temperaturen Spaß.
In Soulac-de-Mer suche ich die Office de Tourisme heim, erhalte kostenlose Lagepläne und den Tipp, wo sich der nächste Campingplatz versteckt. Und den finde ich dann auch prompt mitten im Wald,und zwar einen schönen Municipalcampingplatz. Die Herren in der Reception machen aus mir kurzerhand ein *Campingcar* - klingt komisch, erspart mir aber viel Geld. Nette Geste :-) Am Abend fahre ich noch kurz ins nächste Dorf und kaufe was zum Essen und Trinken. So neigt sich auch dieser Tag dem Ende zu.